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Deutsch-Indisches Kinderhilfswerk e.V.
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Projektinformationen
 

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 25.08.2010, Orissa

 
Blindheit: Das Schicksal der Armen
 
Jede Minute erblindet ein Kind auf dieser Welt. 90 Prozent aller blinden Menschen weltweit leben in unterentwickelten Ländern. Allein in Indien leben etwa 12 Millionen Blinde sowie 52 Millionen Menschen, deren Sehfähigkeit beeinträchtigt ist.
 
Blindheit trifft vor allem Menschen, die in Armut leben und sich eine medizinische Versorgung nicht leisten können. Aber auch die Bevölkerung in ländlichen Regionen, wo es keine oder nur eine unzureichende medizinische Versorgung gibt, ist betroffen.
 
Dabei sind 80 Prozent der Erblindungen durch Früherkennung, rechtzeitige Behandlung und durch operative Eingriffe vermeidbar. Krankheiten wie der Graue Star sind mit einfachen Mitteln heilbar. Mit Hilfe von kostenlosen Operationen und Behandlungen sowie dem Ausbau der gesundheitlichen Versorgung können wir das Augenlicht unzähliger Menschen in Indien retten.
 
Auch die siebenjährigen Rupali aus dem Dorf Olanda im Nordosten Indiens drohte zu erblinden. Als das Mädchen drei Jahre alt war, entdeckte ihr Vater eine Trübung in ihrem linken Auge. Verzweifelt suchte der Vater Hilfe in einem naheliegenden Krankenhaus. Die Ärzte diagnostizierten Grauen Star, doch die Klinik war für die Operation nicht ausgestattet. Für die Fahrt in eine größere Klinik hatte er jedoch kein Geld.
 
Wenige Monate später trübte sich auch Rupalis rechtes Auge. Sie arrangierte sich so gut es ging mit dem schwindenden Augenlicht und konnte vieles nur noch schemenhaft erkennen.
 
Vor der Operation untersuchten die Ärzte der Klinik Rupalis Augen.
Rupali wurde operiert und vor dem Erblinden gerettet.
 
Rupali wünschte sich nichts sehnlicher, als zur Schule zu gehen wie ihre Freunde, obwohl sie kaum noch etwas sehen konnte. Als sie endlich zur Schule kam, hatte sie große Probleme: Sie konnte die Buchstaben an der Tafel nicht erkennen – alles war verschwommen.
 
Von Tag zu Tag schwand ihre Sehkraft. Der Schleier vor ihren Augen wurde immer stärker. Eines Tages schimpfte die Lehrerin, weil Rupali nicht vorlesen konnte, was an der Tafel stand. Da bemerkte die Frau, dass Rupali dringend Hilfe braucht.
 
Rupali drohte ein Leben in Dunkelheit. Hätte sie ihr Augenlicht verloren, wäre ihr ein schreckliches Schicksal widerfahren. Blinde Menschen in Indien sind meist vollkommen auf sich allein gestellt. Sie erhalten keine staatliche Unterstützung oder Hilfe.
 
Viele Blinde leben in bitterer Armut: Sie haben oft keine Arbeit und überleben nur durch Betteln oder die Unterstützung anderer. Doch dieses Schicksal blieb Rupali erspart.
 
Ärzte der vom DIK unterstützten Kalinga Augenklinik entdeckten das Mädchen bei einer Reihenuntersuchung. Sie versprachen, Rupali kostenlos zu behandeln. Sie und ihr Vater schöpften neue Hoffnung. Wenige Tage später wurde das erblindende Mädchen operiert und ihr Augenlicht gerettet.
 
Die Ärzte der Kalinga Augenklinik behandeln die Ärmsten der Armen kostenlos. Sie erhalten Medikamente, Sehhilfen und falls nötig, werden sie operiert. Bei Informationsveranstaltungen erfahren die Menschen, was sie tun können, um eine Erkrankung der Augen zu vermeiden.
 
Augenkrankheiten wie der Graue Star sind mit einem einfachen medizinischen Eingriff heilbar. Viele Menschen können jedoch die Kosten, die je nach Aufwand zwischen 30 und 125 Euro liegen, nicht aufbringen.
 
Gern würden wir weitere Kinder wie Rupali vor dem Erblinden bewahren. Doch dafür brauchen wir Unterstützung von Freunden und Förderern.

 
 

 01.07.2010, Auroville

 
Die wertvolle Arbeit der Gesundheitshelfer in Auroville
 
Dieser Junge braucht dringend unsere Hilfe!
 
Mittlerweile kann Periyasamy nicht einmal mehr das Haus verlassen.
 
Viele Menschen in den abgelegenen Dörfern Indiens besuchen keinen Arzt, weil sie kein Geld für die Behandlung oder nicht die Kraft für den Weg zur nächsten Krankenstation haben. Sie werden von ambulanten Pflegerinnen und Pflegern aufgesucht und behandelt.
 
Die Helfer werden im Gesundheitszentrum in Auroville gezielt dafür ausgebildet, Kranke ausfindig zu machen und zu versorgen, Schwangere zu betreuen und auf die Geburt vorzubereiten sowie Schwerkranke in das Krankenhaus einzuweisen.
 
Die Gesundheitshelfer arbeiten meist in ihrem Heimatort, wo die Bewohner ihnen vertrauen. Sie machen Hausbesuche, wechseln Verbände und versorgen Wunden. Sie verteilen Medikamente sowie Vitaminpräparate und stehen den Kranken bei. Manchmal entdecken die Gesundheitshelfer einen Menschen in Not, der dringend Hilfe braucht, so wie den körperlich behinderten Periyasamy.
 
Periyasamy leidet am Arnold Chiari-Syndrom mit Meningomyelozele, einer Fehlbildung bei der Teile des Rückenmarks frei an der Körperoberfläche liegen. Der Junge hat eine große Beule am Rücken, sein Rückenmark ist stark geschädigt.
 
Jede Bewegung ist für Periyasamy eine Qual. Er spürt seine Beine nicht, da seine Nerven geschädigt sind. Nur mit Mühe kann er sich hinsetzen. Der Junge hat keine Kontrolle über seine Blase und seinen Darm, was für den 11-Jährigen besonders schlimm ist.
 
Bis vor Kurzem besuchte er noch die Dorfschule. Doch sein Zustand hat sich verschlechtert. Er kann nicht einmal mehr im Rollstuhl sitzen. Früher war Periyasamy trotz seiner Behinderung glücklich. Er lernte gerne und hatte Spaß mit seinen Mitschülern, die ihn so akzeptierten wie er ist. Nun kann er das Haus nicht mehr verlassen. Von Tag zu Tag kann er sich weniger bewegen. Wenn Periyasamy keine Hilfe bekommt, kann seine Krankheit zur Querschnittslähmung führen, die ihn ans Bett fesseln würde.
 
Eine Gesundheitshelferin fand den Jungen und schickte ihn zu Dr. Shano, einer Ärztin des Gesundheitszentrums. Sie überwies ihn zu Dr. G. Rajaraman, einem Spezialisten in Chennai. In ihn setzen Periyasamy und seine Eltern große Hoffnung. Da die Familie zu arm ist, um die etwa 8000 Euro für den chirurgischen Eingriff aufzubringen, ist der Arzt bereit, den Jungen kostenlos zu operieren.
 
Doch auch nach der Operation braucht Periyasamy Hilfe. Er benötigt eine einjährige Physiotherapie und Medikamente, um sich wieder bewegen zu können. Um dem Jungen dies zu ermöglichen, sind wir auf die Unterstützung von Förderern angewiesen.

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