Noch immer lebt ein Drittel aller Inder unterhalb der Armutsgrenze
Seit fast 40 Jahren ist das DIK in Indien im Einsatz. Im Laufe dieser Zeit hat sich das einstmalige Entwicklungs- zu einem Schwellenland mit enormem wirtschaftlichen Wachstum gewandelt. Trotzdem lebt noch immer jeder dritte Inder unterhalb der Armutsgrenze, das heißt von weniger als einem Euro am Tag.
Die Schere zwischen Arm und Reich klafft in Indien weit auseinander. Zwei Drittel der Inder leben auf dem Land nach wie vor in einfachsten Verhältnissen – oft ohne fließendes Wasser, Sanitäranlagen oder Elektrizität. Viele haben nicht einmal Geld für Essen oder den Besuch beim Arzt. Etwa 230 Millionen Inder müssen hungern.
Die Verlierer des wirtschaftlichen Aufschwungs sind die Ärmsten, darunter viele Bauern. Sinkende Abnahmepreise, Ernteausfälle und hohe Schulden treiben immer mehr Männer zu Verzweiflungstaten. Alle acht Stunden beendet ein indischer Landwirt sein Leben. Allein im Jahr 2009 begingen mehr als 17.000 Bauern in Indien Selbstmord.
Armut in Indien: Zahlen und Fakten
im Vergleich zu Deutschland
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Indien |
Deutschland |
Bruttonationaleinkommen pro Einwohner (2009) |
813 Euro |
33.165 Euro |
Tägliche Nahrungsaufnahme (kcal) je Einwohner |
2.550 |
3.620 |
Säuglingssterblichkeit je 1000 Neugeborene |
54,63 |
4,12 |
Ärzte je 1000 Einwohner |
0,51 |
3,73 |
Analphabeten (%) (Bevölkerung über 14 Jahre) |
38,80 |
0,70 |
Weltkugel © fotolia|juan
Auch der 34-jährige Baumwollfarmer Ajit aus einem kleinen Dorf bei Auroville wusste nicht mehr weiter. In der Hoffnung auf höhere Ernteerträge hatte er genverändertes anstelle des konventionellen Saatguts für den dreifachen Preis gekauft.
Um Saatgut, Pestizide und Düngemittel zu kaufen, nahm Ajit einen Kredit über 300 Euro bei einem Geldverleiher auf – zu einem Wucherzins von 20 Prozent monatlich. Doch dann blieb der Regen aus und Ajit hatte keine Ernteerträge, die er verkaufen konnte, um seine vierköpfige Familie zu ernähren. Als Ajit die monatliche Rate von 60 Euro nicht zurückzahlen konnte und ihn der Geldverleiher bedrängte, sah der verzweifelte Familienvater keinen anderen Ausweg mehr, als sich selbst mit Pestiziden zu vergiften. Zum Glück fand ihn sein Nachbar und brachte ihn sofort ins nächste Krankenhaus.
Ajit überlebte und fand dank seiner Familie neuen Lebensmut. Mittlerweile hat er sein Land verkauft und arbeitet als landwirtschaftlicher Hilfsarbeiter. Er verdient genug, um seine Familie zu ernähren. Das Schicksal von Ajit steht stellvertretend für Not-leidende, denen das DIK bereits geholfen hat.
Das DIK setzt sich für Betroffene und ihre Angehörigen ein und unterstützt sie mit Gesundheits-, Bildungs- und Nothilfeprojekten. Unzählige arme Menschen wie Ajit und ihre Familien benötigen Hilfe.